Wien Geschichte

der Milchkrieg in Wien

ein Stich von Höfnagel, Wiener Graben, 1609

und wieder einmal die Protestanten …

Fronleichnam 1578

ein schöner Fronleichnamstag in Wien im Jahr 1578. Das Wetter hat gepasst und am Graben, der damals der wohl wichtigste Markt im Umkreis war, hatten die Marktweiber ihre Waren aufgebaut. Der Großteil dieser Leute war wohl protestantisch. Sicher war auch ein gutes Stück Provokation dabei, ausgerechnet an diesem Tag mit den Waren den Graben zu verstellen. Denn es war eine katholische Prozession angekündigt.

Die Nervosität dürfte auf beiden Seiten vorhanden gewesen sein. Einerseits wegen der Bartholomäusnacht, die noch nicht so lange her war als natürlich auch auf Seiten der Katholiken. Dieser neuen, unsinnigen Religion des Protestantismus musste unbedingt Einhalt geboten werden.

Der Tumult

Die kaiserlichen Soldaten erhielten den Auftrag, den Platz für die Prozession frei zu machen. Diesen Befehl haben sie natürlich befolgt. Mangels psychologischer Schulung vermutlich nicht sonderlich rücksichtsvoll. Marktstände stürzten um, Milchkannen gingen als Opfer des Milchkrieges zu Bruch. Jeder, der Wiener Marktweiber jemals in Aktion erlebt hat, hat eine ungefähre Vorstellung dieses Tumultes, den diese Aktion verursachte. Jedenfalls wurde ein Aufstand, ein Attentat oder noch Schlimmeres befürchtet auf Grund des Lärmes.

Es ging rasend schnell. Waffen wurden gezogen. Geistliche ließen den Baldachin fallen und flüchteten in den Stephansdom und, so wird berichtet,  der päpstliche Nuntius, entleerte aus lauter Angst seinen Darm.

Der Überlieferung nach soll der bei der Prozession anwesende Kaiser Rudolf II. jedoch ruhig geblieben sein und dafür gesorgt haben, dass trotz des „Milchkrieges“ die Prozession zu Ende gebracht werden konnte.

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