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Die wiener Beleuchtung

Weihnachtsbeleuchtung Kärntnerstraße

Dieses Mal begeben wir uns in die Dorotheergasse. Dort begann die Geschichte der Wiener Straßenbeleuchtung.

Vor der Straßenbeleuchtung

Ursprünglich hatte jeder in Wien selbst dafür zu sorgen, in der Nacht genug zu sehen. Die Leute führten einfach Laternen und Fackeln mit sich. Dies wurde dann 1561 von Ferdinand I. auch gesetzlich vorgeschrieben. Nach dem Klang der Bieringerin, also jener Glocke am Stephansdom, welche die Schankschlusszeiten einläutete und auch heute noch das Ende des Kirtages von Sankt Stephan hörbar macht, durfte niemand ohne Licht auf die Straße.

Also genauer gesagt, war diese Glocke damals eine Vorgängerin. Die Bieringerin, welche heutzutage zu hören ist, stammt aus 1772. Aber das nur nebenbei.

die erste Beleuchtung

Im Jahr 1687 war es dann so weit: in der Dorotheergasse wurde die erste Straßenbeleuchtung angebracht. Mit Hilfe dieser 17 Laternen sollte die damals sehr hohe Kriminalität bekämpft werden. Offenbar war dieser Versuch erfolgreich. Bereits im Jahr darauf war im gesamten ersten Bezirk eine Straßenbeleuchtung verordnet. Finanziert wurde sie durch den „Illuminationsaufschlag“ bei dem auf gewisse Waren eine Sondersteuer erhoben wurde.

Die Wartung und das tägliche Befüllen und Anzünden der Laternen wurde den jeweiligen Hausbesitzern auferlegt, an deren Häusern die Latgernen befestigt waren.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte eine Beleuchtung der Vorstädte. Zur gleichen Zeit entstand eine städtische Truppe; die sogenannten Lampenknechte, welche das Anzünden, die Wartung und das Befüllen der Lampen übernahm, um die Hauseigentümer davon zu entlasten.

so ging es weiter …

1818 waren dann die Krugerstraße, Teile der Kärntnerstraße und die Walfischgasse, die ersten Straßen der Stadt, welche mit Gasbeleuchtung. die Öllampen wurden dann sukzessive von den neuen Gaslampen abgelöst. natürlich war dazu eine entsprechende Infrastruktur wie etwa Gasleitungen und eine entsprechende Verwaltung nötig. Die noch verbliebenen Öllampen wurden ab 1846 mit Petroleum betrieben. Die letzte Petroleumlampe in Wien wurde erst 1926 (!) durch elektrische Beleuchtung ersetzt. Sie befand sich auf der Heiligenstädter Lände.

Elektrische Beleuchtung

die elektrische Beleuchtung trat ab 1880 in Wien ihren Siegeszug an. In diesem Jahr wurden 40 Lampen im Volksgarten aufgestellt. Auch durch den 1. Weltkrieg dauerte es dann noch bis in die 20er Jahre, dass die Elektrifizierung der Straßenbeleuchtung großflächig erfolgte.

die letzte Gaslampe wurde übrigens erst 1962 gelöscht. Sie befand sich im Wien 13., Sauraugasse 22 und ist im Bezirksmuseum zu sehen.

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