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Augustinerkirche

SW-Foto Augustinerkirche, Innenraum

die interessante Entstehungsgeschichte einer interessanten Kirche

Die Augustinerkirche

Die Augustinerkirche wurde von Friedrich dem Schönen im Jahr 1327 gestiftet. In ihr sind die Herzen der Habsburger aufbewahrt. Außerdem haben dort die wichtigsten Hochzeiten statt gefunden. Das Augustinerkloster stellte auch die Seelsorger für die Habsburger.

im 17. Jahrhundert war der rhetorisch sehr begabte Prediger Abraham a Sancta Clara in dieser Kirche tätig. Seine Predigten waren berühmt wegen ihrer Derbheit und ihres Witzes. Er hatte auch die Schuldigen für das Übel seiner Zeit parat. Nämlich die Juden und die Frauen.

Ihr Eingang der Augustinerkirche ist recht unscheinbar für eine Kirche und daher gar nicht so einfach zu sehen vom Josefsplatz aus.

Soweit die Fakten, die in jedem Reiseführer stehen.

Die Entstehung

Ich möchte aber noch einige Worte über die Entstehung der Kirche verlieren. Friedrich der Schöne bewarb sich nach dem Tod Heinrich VII. um die deutsche Königskrone. Gewählt wurde jedoch Ludwig von Bayern mit 4 zu 3 Stimmen der Kurfürsten. Diesen Umstand negierend und auf die Königswürde bestehend, ließ sich Friedrich in Bonn krönen.

Das Reich hatte somit 2 Könige, also einen zu viel. Nachdem es damals noch keinen Verfassungsgerichtshof gab, den man in solchen Fälle anrufen konnte, mussten die Beiden das untereinander ausdiskutieren. Diese „Diskussion“ ging als die Schlacht bei Mühldorf (1322) in die Geschichte ein. Friedrich verlor die Schlacht und wurde gefangen genommen.

Friedrich wurde in der Burg Trausnitz im Tal (Oberpfalz) gefangen gehalten und legte in dieser Zeit das Gelöbnis ab, eine Kirche zu stiften, sollte er frei kommen. Nach 3 Jahren war es so weit. Allerdings erfolgte die Freilassung unter der Bedingung des Gelöbnisses, sich wieder in Haft zu begeben, sollte er seine Brüder nicht zur Anerkennung Ludwigs als deutschen König überreden können.

Friedrich kehrte nach Wien zurück und versuchte tatsächlich seine Brüder zu überreden. Diese waren jedoch stur und nicht gewillt, ihre Meinung zu ändern. Obwohl der Papst Friedrich von diesem Eid gegenüber Ludwig entband, fühlte sich Friedrich daran gebunden und reiste wieder nach Bayern um seine Haft fortzusetzen. Nicht jedoch ohne vorher die Augustinerkirche zu stiften.

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