Wien Geschichte Wiener Mittelalter Wiener Sehenswürdigkeiten

Freie Frauen im katholischen Kloster

Das Kloster neben der Franziskanerkirche in Wien 1.

Sozialmaßnahmen für ausstiegswillige Prostituierte sind unser heutiges Thema

die Magdalenerinnen

In Wien hatte die Prostitution bereits im Mittelalter Hochkonjunktur. Und hier greift der Orden der Magdalenerinnen oder ganz korrekt der „Orden der Heiligen Maria Magdalena zur Buße“ ein, der sich dieses Themas annahm. Dieser Orden gilt als der älteste reine Frauenorden der katholischen Kirche und bestand seit etwa 1230.

In Wien hatten die Magdalenerinnen ihren Sitz im heutigen Franziskanerkloster. Der Ordenszweck war, Prostituierten, die entweder aus Gründen des Alters oder aus moralischen Gründen ihr Gewerbe aufgeben wollten, eine Möglichkeit dafür dazu zu bieten. Sie mussten für einige Zeit Keuschheit geloben und im Kloster leben. Brachen sie das Gelübte, wurden sie in eine Kuhhaut eingenäht und in der Donau versenkt.

Die Bezeichnung für Prostituierte damals war übrigens „Freie Frau“. Sie mussten bestimmte Kennzeichen wie etwa ein Kopftuch oder bestimmte Farben wie etwa Gelb tragen.

Wenn sie einige Zeit gebetet, gestickt und gebüßt hatten, somit geläutert waren, konnten sie heiraten. Diese Frauen waren als Ehefrauen sehr begehrt. Ob dies nur an der Mitgift des Herzogs oder an dem Umstand, dass sie sicher andere Praktiken gewohnt waren, als ehrbare wiener Mädchen, lassen wir dahingestellt.

 

nach den Magdalenerinnen

Die Franziskaner erhielten 1589 das Kloster und die dazu gehörende Kirche. Über diese wird noch in einem eigenen Beitrag berichtet.

Da die Franziskaner zu dieser Zeit begnadete Prediger hatten, war die Kirche immer sehr gut gefüllt. Das führte zu ziemlichen Parkplatzproblemen wegen der Kutschen. Am Franziskanerplatz befand sich zu dieser Zeit ein bereits baufälliges Haus, welches aus diesem Grund dann komplett abgerissen wurde und der Franziskanerplatz entstand.

geschrieben von