Wien Geschichte Wiener Persönlichkeiten

der liebe Augustin und die Pest

Sw-Foto des Lieben Augustins am Griechenbeisel

Ein Alkoholiker wird zur Kultfigur

Das Griechenbeisl

Am Fleischmarkt 11 befindet sich das Griechenbeisl. Es dürfte sich tatsächlich um das älteste urkundlich erwähnte Gasthaus in Wien, das immer noch an der selben Stelle als Gaststätte vorhanden ist,  handeln. Auch wenn es im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Namen wechselte, so ist dessen Existenz als Gasthaus seit dem Jahr 1447 urkundlich gesichert.

Ganz wichtig: seit 1852 wurde hier das Pilsner Urquell importiert und dieses Bier wurde von hier aus weit über die Stadtgrenzen bekannt gemacht.

Vor dem Lokal ist auch „Der liebe Augustin“ zu sehen und die Behauptung zu lesen, er hätte hier sein berühmtes Lied zum ersten mal gesungen. Es gibt auch noch eine Augustin-Figur bei dem Eingang zum Lokal.

Der Liebe Augustin

Marx (Markus)  Augustin (1643 – 1685), ein Bänkelsänger und Zecher, der mit seinem Dudelsack durch die Gaststätten zog um sich mit seinen Liedern ein bisschen Geld zu verdienen. Das was er verdiente, setzte er gleich in Alkohol um. Nachdem dessen Lieder von sehr derben Humor waren, sind sie bei den Wiener gut angekommen und er war sehr beliebt.

Eines Tages, während der großen Pestepidemie 1679, hatte er wohl wieder etwas zu viel getrunken und schlief in der Nähe von Sankt Ulrich im 7. Bezirk auf der Straße ein. Die Pestknechte hielten ihn wohl für eine Pestleiche und beförderten ihn in eine Pestgrube, die sich in der Nähe des jetzigen Augustinbrunnens befunden haben soll. Es war durchaus nicht unüblich, dass Pesttote einfach zur Entsorgung auf die Strasse gelegt wurden. Die sogenannten Pestknechte waren meist verurteilte Verbrecher, die sich freiwillig für diese Arbeit meldeten um sich so eine Strafminderung zu erkaufen.

Nachdem er zwischen all den Leichen erwachte, spielte und sang er so lange, bis man auf ihn aufmerksam wurde und ihn wieder herauszog. Auf Basis dieses Erlebnisses soll sein Augustinlied geschrieben worden sein. Ob es jedoch tatsächlich im jetzigen Griechenbeisl uraufgeführt wurde, ist natürlich nicht gesichert. Die Existenz dieses Wiener Originals jedoch schon.

geschrieben von

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen