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der grausame Inquisitor am Stephansdom

Die Kapistrankanzel an der Nordseite des Stephansdomes

ein Wanderprediger und Inquisitor, der hinreißend predigen konnte

die Predigten des Johannes Kapistran

die Kapistrankanzel, an der Nordseite des Stephansdoms erinnert an den zur damaligen Zeit berühmten Wanderprediger Johannes Kapistran (oder Capistran). Ursprünglich befand sich eine Holzkanzel am Stephansfriedhof, von der sowohl die Trauerreden gehalten wurde und die auch von besagtem Kapistran für seine Predigten genutzt wurde. Capistran predigte in Wien mit ungeheurem Feuer und einer energischen Leidenschaft.

Seine Predigten waren ausgesprochen gut besucht und sehr beliebt. Und das, obwohl keiner der Zuhörer auch nur ein Wort seiner Predigt verstand. Kapistran hieß eigentlich Giovanni di Capistrano und predigte, da er kein Wort Deutsch konnte, in Latein.

Giovanni di Capistrano 1386-1456)

war ein Spätberufener. Ursprünglich eigentlich ein Jurist, beschloss er nach Visionen ein Geistlicher zu werden und trat in den Franziskanerorden ein. Der Papst ernannte ihn zum Inquisitor und diese Aufgabe nahm er sehr ernst. Insbesondere bei der Judenverfolgung erwies er sich als Hardliner und mahnte, wo es nur ging, ein extrem hartes Vorgehen gegen Juden ein. in Breslau lies er die gesamte jüdische Gemeinde von insgesamt 318 Juden inhaftieren und es wurden unter der Folter Geständnisse wegen Hostienschändung erpresst. 41 der Juden lies er verbrennen (wobei Capistrano tatkräftig mitwirkte). Der Rest musste die Kinder und das Vermögen zurück lassen und die Stadt verlassen. Die Kinder wurden anschließend zwangsgetauft.

Am Krieg gegen die Türken nahm er auch selbst teil und war bei der erfolgreichen Verteidigung Belgrads dabei.

Giovanni di Capistrano ist der Schutzheilige der Rechtsanwälte und Militärseelsorger.  An ihn erinnert weiters die Capistrangasse in Wien 6 und natürlich die ihm geweihte Kirche St. Kapistran im 20. Bezirk.

die Kanzel

Die ursprüngliche Kanzel war aus Holz und befand sich am Friedhof der Stephanskirche. Sie wurde auch für Trauerreden verwendet. Später wurde sie an die Dommauer versetzt. Die jetzige Ausgestaltung erfolgte erst 1737. Sie zeigt Capistrano, mit dem Fuß auf einem besiegten, unbekleideten Türken mit einer Fahne in der Hand.

Mein  Tipp:

Eine wunderbare Dokumentation, basierend auf  den Geheim-Dossiers des „Heiligen Offizium“, das bis zum Ende des 20. Jahrhunderts unter Verschluss gehalten wurde. Es handelt sich um 4 DVDs

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