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Kaiserlicher Leibarzt und Vampirjäger

die Statue Van Swietens am Denkmal von Kaiserin Maria Theresia

Ein Niederländer, der in Wien viel bewirkte und Maria Theresias Leibarzt war.

Van Swieten

Wie jedes Kind in der Schule lernt, war Van Swieten der Leibarzt Maria Theresias. Seine Verdienste gehen jedoch weit darüber hinaus. Van, Swieten, der von Franz I. gegen den Widerstand von Maria Theresia als dessen Leibarzt nach Wien geholt wurde, erwarb sich große Verdienste im Bereich der Medizin und der Wissenschaft.

Verdienste um die Medizin

Van Swieten war Begründer der älteren Wiener medizinischen Schule. Er richtete Schulen für Hebammen ein, reformierte die gesamte universitäre medizinische Ausbildung und gründete die erste Wiener Schule für Tierärzte (die jetzige Veterinärmedizinische Fakultät). Er gründete medizinische Labors und führte die Ausbildung von Medizinern am Krankenbett ein.

… und Abseits davon

Van Swieten war nicht nur im medizinischen Bereich tätig. Er war außerdem Präfekt der Hofbibliothek. In dieser Eigenschaft bewirkte er eine Lockerung der Zensur und er richtete außerdem einen Lesesaal ein, um Wissen und Literatur für weite Kreise zugänglich zu machen.

Der botanische Garten in Wien geht ebenfalls auf seine Anregung zurück. Van Swieten dürfte einer der gelehrtesten und fortschrittlichsten Leuten seiner Zeit gezählt haben. Ihm zu Ehren findet auch ein nach ihm benannter Mediziner-Kongress jährlich in Wien statt.

Sein Grab befindet sich übrigens in der Augustinerkirche.

Aber jetzt zu den Vampiren

Der erste in Wien bekannt gewordene Fall eines Vampirs ereignete sich 1725 in Kislova, dem heutigen Lettland. Ein Einwohner, ein gewisser Peter Plogojowitz  war gestorben. Kurz nachher starben aus unbekanner Ursache weitere 9 Dorfbewohner. Für die Bevölkerung war klar, dass Peter Plogojowitz  zu einem Vampir geworden war. Daher wurde er wieder ausgegraben. Da sein Körper nicht verwest war, stand für den anwesenden Popen und die Bevölkerung fest, dass die Befürchtungen stimmten. Die Leiche wurde daher gepfählt und sicherheitshalber auch verbrannt. Es gab noch vereinzelt ähnliche Fälle, bis dann um 1755 eine richtige Vampir-Epidemie in Olmütz ausbrach  ausbrach.  Etwa 20 Leichen wurden hier wieder ausgegraben, es wurden Köpfe abgehackt, es wurde gepfählt und verbrannt auf Teufel komm raus und was den Leuten sonst noch alles eingefallen ist.

Maria Theresia reagierte sofort und beauftragte Van Swieten mit der Untersuchung des Falles.

Van Swieten fand für diese „Barbarei der Unwissenheit“, wie er den Vampirglauben nannte naturwissenschaftliche Erklärungen. Von Maria Theresia folgte seinen Empfehlungen und verbot im sogenannten „Vampirerlass“ von 1755 das Schänden von Leichen unter dem Vorwand der Vampiraustreibung.

Übrigens war Van Swieten das Vorbild der Figur des Dr. Abraham Van Helsing im 1897 erschienenen Roman „Dracula“  von Abraham Stoker.

Mein Buchtipp:

Ganz klar: der Nachdruck der Abhandlung Van Swietens über den Vampyrismus.

„Der Aberglauben vom Vampyrismus wird lateinisch Magia Posthuma, oder Zauberey der Abgestorbenen, genennet. Die Vampyren aber sind verstorbene Menschen, welche zuweilen später, zuweilen eher aus dem Grabe aufstehen, den Menschen erscheinen, das Blut aussaugen, an die Hausthüren ungestümm anklopfen, Getöse im Hause erwecken, und öfters gar den Tod verursachen sollen.“

 

Es gibt auch eine kostenlose E-Book-Version

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