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der heilige Gral

Ein Schild mit Öffnungszeiten der Schatzkammer

die größte Achatschale der Welt und eine geheimnisvolle Inschrift

Die Sammlung der Habsburger

Bereits Rudolf IV. begründete im 14. Jahrhundert die enorme Sammlung an Kunstschätzen der Habsburger, die im Laufe der Jahrhunderte immer wieder vergrößert wurde.

Etliche der Schätze gingen aber auch verloren. So etwa der Stab Mose, mit dem dieser das Meer teilte oder Lehm aus dem Gott den ersten Menschen formte. Derartige Exponate finden sich zwar immer wieder in der Literatur aber leider habe ich sie in den diversen Museen noch nicht vorgefunden.

Ainkhürn und Achatschale

Zwei der Kunstschätze stechen aber so heraus, dass sie zu den unveräußerlichen Erbstücken des Hauses Habsburg zählen. Als Ferdinand der I. starb, beschlossen die drei Erben 1564, dass diese beiden Schätze auf immer unveräußerlich dem Haus Österreich gehören sollen. Diese beiden Stücke sind das  etwa 2 ½ m lange Horn eines Einhornes, dem magische Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Es hatte durch den mythologischen Hintergrund eine große Heilwirkung und konnte auch Gift neutralisieren. Erst 1638 bewies der Däne Wormius, dass es sich bei diesen Einhörnern (es gibt beispielsweise auch zwei davon in Venedig, in der Schatzkammer des Markusdomes) um die Stoßzähne des Narwals handelt.

Der zweite wichtige Schatz war eine Achatschale, auf die ich nun etwas Näher eingehen will.

Die heilige Lanze, mit welcher Longinus dem Heiland in die Seite stach, zählt nicht dazu, da diese erst unter Josef II. nach Wien kam.

Der Gral

Diese Schale ist eine überaus bemerkenswerte Arbeit aus dem 4. Jahrhundert. Sie wurde aus einem Stück Achat gefertigt. Achat ist es sehr hartes und widerstandsfähiges Material. Der Durchmesser der Schale beträgt etwa 58 cm, mit den Handgriffen beträgt die Spannweite 76 cm. Das Gewicht beträgt etwa 10 kg. Sie ist die größte derartige Schale weltweit.

Wie diese Schale in den Besitz der Habsburger gelangte, ist nicht genau gesichert. Vermutet wird, dass sie 1204 bei der Eroberung Konstantinopels erbeutet wurde.

Die Besonderheit ist eine Inschrift. Diese ist jedoch nur alle hundert Jahre und auch hier nicht jedem sichtbar ist sondern nur einem Sonntagskind mit reinem Herzen.  Diese Inschrift lautet „F XRISTO XXPP RI“ Die genaue Bedeutung ist nicht bekannt, jedoch bezog man sie auf Christus. Erstmals erwähnt wurde diese Inschrift im 16. Jahrhundert.

Die geschätze Leserin und der werte Leser wird sich jetzt denken: „ja eh klar. Unsichtbare Inschrift. Daher ist es der Gral. Welchem habsburgischen Werbestrategen ist denn dieser Schwachsinn eingefallen?“ Hier habe ich aber etwas ganz Nettes dazu gefunden. Bei einer Fernsehdokumentation im Jahr 2009 haben offenbar alle Faktoren zusammengespielt von der Lichtintensität über Winkel und was sonst noch alles nötig ist. Dadurch war die Inschrift erkennbar und ist auch in diesem Fernsehbeitrag des ORF erkennbar. Die Inschrift ist nicht graviert sondern ergibt sich durch die Struktur des Steines.

Buchtipp

Ein gut recherchiertes Buch über den heiligen Gral. Historisches, Mythologisches, Legenden und eine Bewertung der Faktenlage. Sehr interessant geschrieben.

 

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