Wien Geschichte Wiener Ringstraße

ein Prost auf Kaiser Probus!

der kleinste Weingarten Wiens am Schwarzenbergplatz

Wien und der Wein

Historisches

Wiens Geschichte ist untrennbar mit dem Wein verbunden. Kaiser Probus, dessen Wirken sonst sehr unauffällig verlief, erlaubte den Weinanbau außerhalb Italiens in den römischen Provinzen. Eine kluge Entscheidung, denn die Soldaten in den Provinzen mussten bei Laune gehalten werden.

Obwohl der Weinbau in Wien schon vor Probus praktiziert wurde (Rom war ja weit weg), ist eine starke Zunahme des Weinbaus historisch nachweisbar. Wien hat als Dank dafür eine Straße nach ihm benannt. Diese liegt natürlich mitten in Grinzing. Also in einem der bedeutendsten Weinbaugebiete in Wien.

Im 15. Jahrhundert drängte der Weinbau den Ackerbau auf dem Gebiet des heutigen Wiens immer weiter zurück. Albert V., der seine Wiener nicht nur mit Räuschen versorgt wissen wollte, sondern auch mit Obst, Gemüse und Getreide, verbot daher weitere Anbauflächen. Die Anbauflächen gingen dann durch die fortschreitende Verstädterung im Laufe der Jahrhunderte dann immer wieder zurück. derzeit gibt es im 1. Bezirk daher nur mehr einen Weingarten.

der Heurige

Josef II. schuf im Jahr 1784 durch eine Zirkularverordnung die Möglichkeit der Winzer, den eigenen Wein (also keinen Zukauf!), im eigenen Haus ohne besondere Lizenz oder weitere Gewerbeberechtigung auszuschenken. Der Heurige war entstanden. Der Begriff „Heuriger“ bezeichnet in Wien sowohl das Lokal (meist mit entsprechendem Gastgarten) als auch den „neuen“, heuer geernteten Wein.

In dieser Zirkularverordnung war das Servieren von Speisen verboten. Ursprünglich nahmen sich die Gäste daher auch das Brot, den Speck und die gekochten Eier, die sie als Unterlage für den Wein aßen, mit. Später wurde das so interpretiert, dass es erlaubt sei, Speisen zu verkaufen. Aber nicht zu servieren. Das Heurigenbuffet ist immer noch eine Tradition, die sich daraus ergibt. Auch wenn inzwischen doch immer öfters auch serviert wird, gibt es immer noch das Buffet, bei dem sich der Gast anstellt und sich aus der Vitrine aussucht, was er haben will. Der Gast, zahlt, nimmt sich dann das Tablett und bringt es zu seinem Tisch.

der kleinste Weingarten Wiens

Der geschätzten Leserin und dem geschätzten Leser wird bei entsprechender Aufmerksamkeit nicht entgangen sein, dass ich oben anmerkte, dass es im 1. Bezirk noch einen Weingarten gibt. Er ist allerdings recht unbeachtet und mit etwa 100 m² auch der kleinste Weingarten Wiens. Er befindet sich am Schwarzenbergplatz gleich neben dem Palais Ludwig Viktor .

Ein gewisser Hr. Gerdenitsch pflanzte vor dem Haus Schwarzenbergplatz 2 im Jahr 1924 einen Rebstock. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte kamen durch Spenden immer mehr Rebstöcke dazu. Inzwischen wird der Weingarten vom Weingut Mayer am Pfarrplatz (ein Heuriger gleich neben der erwähnten Probusgasse) betreut und bringt in guten Jahren 50-60 Flaschen Wein. Nachdem niemand sagen kann, welche Sorten eigentlich angebaut werden, ist es ein Gemischter Satz. Die Weinlese erfolgt im Beisein und unter Mitwirkung des Wiener Bürgermeisters. Der Wein wird für einen guten Zweck versteigert.

Aktuell

Wien ist die einzige Millionenstadt, auf derem Stadtgebiet nennenswerter Weinbau betrieben wird. Wir besitzen ein Weinbaugebiet von 622 Hektar mit einem Ertrag von rund 25.000 Hektoliter (Stand 2017).

Etwa 80 % entfallen auf Weißweinreben. Eine Besonderheit ist der bereits erwähnte Gemischte Satz. Hier müssen die Reben gemeinsam in einem Weingarten wachsen und gleichzeitig geerntet werden. Sie werden anschließend gemeinsam gekeltert.

mein Buchtipp

Heute mal ein Buchtipp, der nicht historisch wertvoll ist. Ein Lokalführer der anderen Art. Jene Art Lokale, die ich noch durch meine Nachtdienste als Polizeibeamter kenne. Sehr humorvoll geschrieben und leicht zu lesen. Auch empfehlenswert, wenn nicht beabsichtigt ist, diese erwähnten Lokalitäten zu besuchen. Zahlreiche hochwertige Autoren schreiben über Wiener Cafés, Würstelstände und deren Besucher. In diesem Lokalführer geht es nicht um Hauben oder Sterne! Mehr lesen Sie in der Buchbeschreibung auf Amazon.

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