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Neidhart von Reuenthal

einer der bekanntesten Minnesänger, dessen Lieder und sein Grab in Wien bilden die Eckpunkte der heutigen Geschichte.

Das Grab

An der Südfassade des Stephansdomes ist das Grab Neidharts von Reuenthal zu sehen. Es handelt sich um einen der bedeutendsten Minnesänger des Mittelalters. Dieses Grab ist eines der frühesten erhalten gotischen Hochgräber in Österreich.

Es ist nicht ganz sicher, ob es das Grab Neidharts von Reuenthal oder Neidharts Fuchs ist. Letzterer lebte rund 100 Jahre später und verwendete oft Themen. Lieder und Melodien seines großen Vorbildes Neidhard von Reuenthal. Ein Hinweis darauf wäre der Fuchs, der am Dach des Grabes zu finden ist. Bei der Renovierung im Jahr 2000 fand man die Gebeine von zwei Männern, welche, der Datierung zufolge, beide sein könnten.

Neidhart von Reuenthal war berühmt für seine derben Lieder über die Bauern. Von ihm sind über 100 Lieder erhalten und viele noch mit Melodie.

Das Grab war stark beschädigt und wurde im Jahr 2000 renoviert. Es hieß zwar lange Zeit, dass die Franzosen diese Beschädigungen herbeigeführt haben. Inzwischen sind jedoch Zweifel daran, weil es Quellen gibt, welche „die Bauern“ als Verursacher nennen da sich diese an Neidhart rächen wollten. Neidhart hat diese Bevölkerungsschicht in seinen Liedern als nicht gerade intelligent und sehr grobschlächtig dargestellt.

Das Veilchenlied

Das Bekannteste davon ist das Veilchenlied. Wer sich den Text zu Gemüte führen will, findet ihn hier.

Die Winter waren lang, die Vorräte gingen zu Ende und jedes Jahr wurde der Frühling herbeigesehnt. Wer daher das erste Veilchen als Frühlingsboten fand, wurde reich belohnt. Neidhard fand das Veilchen, gab seinen Hut darüber und eilte zum Hofe um die frohe Kunde mitzuteilen. Der gesamte Hof machte sich auf den Weg um das Veilchen zu bewundern.

In der Zwischenzeit hatten Bauern, die Neidhart beobachteten, das Veilchen unter dem Hut entfernt und ein Stoffwechselendprodukt hinterlassen. Als dann vor dem gesamten Hof der Hut gehoben wurde um das Veilchen zu zeigen, …. Na ja, ein derber Humor, den man wohl nur aus der Zeit heraus verstehen kann.

Die Neidhartfresken

In einer Außenstelle des Wienmuseums in der Tuchlauben 19 kann die geschätzte Leserin und der werte Leser die Neidhart-Fresken bewundern. Diese entstanden um 1407 und zeigen Szenen aus den Liedern Neidharts. Einschließlich eines frivolen Griffes unter das Kleid.

Die Fresken befinden sich zwischen 2 Stockwerken. Im Laufe der Jahrhunderte blieb zwar die Außenmauer bestehen aber die Raumhöhe wurde verändert. Der Fußboden wurde an dieser Stelle entfernt und durch Plexiglas ersetzt, damit diese Fresken schön sichtbar sind. Es handelt sich um die ältesten österreichischen Fresken mit profanem Inhalt.

Eine Besichtigung lohnt sich.

Mein Buchtipp

Nachdem Urlaubszeit ist, möchte ich wieder etwas Leichtes für den Strand empfehlen. Ein historischer Roman des Mittelalters, der in Wien spielt und in dem auch das Kloster der Magdalenerinnen vorkommt, das bereits in einem Beitrag erwähnt wurde.

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