Wien Geschichte Wiener Mittelalter Wiener Persönlichkeiten

Dorotheum

SW-Bild Dorotheum Wien

die Dorotheergasse und das dort befindliche Dorotheum hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich.

Das Dorotheerkloster

An jener Stelle, an der jetzt das Dorotheum befand sich einst die Kapelle zu St. Dorothea und St. Katharina, welche erstmals 1353 urkundlich erwähnt wurde. Sie war eine Stiftung von Albrecht den II.

Später wurde durch den Kanzler Andreas Plank diese Kapelle zu einem Kloster ausgebaut. Es zählte gemeinsam mit dem Schottenkloster zu den beiden reichsten Klöstern Wiens.

Josephinische Reform und das Dorotheerkloster

Joseph II. hat zahlreiche Klöster aufgelassen. Insbesondere die kontemplativen Orden, welche er als unnütz und die für ihn „Quellen des Aberglaubens und des religiösen Fanatismus“ waren. Dies betraf auch das Dorotheerkloster, das kurz vorher erst renoviert worden war. Joseph II. hatte mit dem Ort, an welchem sich das Kloster befand jedoch andere Pläne.

Das Dorotheum

Bereits 1707 wurde von Joseph II. das Fragamt in der Weihburggasse gegründet. Es diente einerseits zur Arbeitsvermittlung von Dienstboten als auch um Käufer und Verkäufer etwa von Immobilien zusammen zu bringen. Außerdem konnten dort Gegenstände verpfändet werden, die bei Nichtabholung versteigert oder verkauft wurden.

Das Interesse an der Arbeitsvermittlung war jedoch gering. Aber Geld brauchten die Wiener immer. Dieses Amt war bald nahezu ausschließlich mit der Verpfändung von Gegenständen und deren  Versteigerung beschäftigt. Da nun größere Räumlichkeiten benötigt wurden, übersiedelte das Fragamt in die Dorotheergasse. Die jetzigen Räumlichkeiten wurden von Kaiser Franz Joseph in Auftrag gegeben und 1901 feierlich eröffnet.

Den offiziellen Titel „Dorotheum“ gibt es dedoch erst seit 1918.

während unserer finsteren Zeiten

Die Nazis setzten die bisherige Führung ab und setzten Jennewein und Hofbauer als Geschäftsführung ein. In dieser Zeit war das Dorotheum vorwiegend mit der Versteigerung arisierten Vermögens beschäftigt. Es hatte zu der damaligen Zeit fast eine Monopolstellung und konnte das Vermögen der Nazis und natürlich auch des Dorotheums extrem vermehren. Die arisierten Gegenstände wurden durch das Dorotheum weit unter Wert geschätzt. Dadurch war der Ersatz, der geleistet wurde, lächerlich gering. Der Verkauf erfolgte dann natürlich zu dem realen Wert. Nach 1945 ware die rechtliche Grundlage für die Rückstellungen sehr restriktiv und noch dazu wurden vom Dorotheum zahlreiche Unterlagen über diese ergaunerten Wertgegenstände vernichtet.

Erst 2006 wurde eine Studie zu den Vorkommnissen dieser Zeit veröffentlicht und noch vorhandene Unterlagen dem österreichischen Staatsarchiv für die öffentliche Einsicht übergeben. Die Entschuldigung der Leitung des Dorotheums erfolgte ebenfalls aber natürlich um Jahrzehnte zu spät. Österreich hat sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Aufarbeitung dieser Geschichte angeht.

Mein Buchtipp

Ich habe hier ein recht interessantes Buch herausgesucht, welches dieses Thema der Arisierung an Hand des arisierten Hauses des Widerstandskämpfers Beer behandelt. Es ist ein Linz zum Kindle-Buch. Die gebundene Variante ist natürlich auch unter diesem Link für ein paar Euro mehr erhältlich.

geschrieben von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.